Senftenberg – 6. Hallenmarathon Ultra-Lauf 50 km, Sonntag 22. Januar 2012 –„Jetzt schon 569 Runden dort insgesamt abgeschlurft“
Wieder ist Senftenberg dran – in 2009 mit Mara und 169 Runden, in 2010 die Fuffzig mit 200 Runden und dieses Mal wieder den Fuffziger, seltsam wieder 200 Runden – machen alle zusammen glatte 569 ovale Runden. Der Weg ist weit, die Straße is aber breit, also alles auf der Autobahn im verschlafenen Nach-Mitternachtswahn.
Das Ortsschild muß auch mal dokumentiert werden – neben dem Eingang lungert ein unrasierter Ausländer rum, auch noch ein Italiener, eigentlich kein richtiger Italo sondern ein Südtiroler, der aber nicht lange im Regen stehen bleiben will, die Mimose, sondern sich nochmal in seinem Wohno-Mobile zum noch ne Viertelstunde-Schnarchen verzieht.
Die allseits beliebte Niedrige-Lausitz-Halle – bei den Startnummern hängt die Elite Brandenburgs herum, ein Thomas, ein Günter und ein Matthias, per Steggbrief gesuchte Ultra-Schlabbohren.
Thomas träumt mit offenen Augen – da kommt der Italiener, Hartmann der Harte: „Wie biste denn hier gefahren?“ – „Na, direkt, was sonst?“ – „Ich meine, auf welcher Stregge, verdammich?“ – Hartmann war anno damals beim 1. Hallen-Gehopse in Senftenberg dabei, damals noch Zählen der Runden per Hand durch ausgeschlafene Menschenzähler - Diethard mault ob des fotofiert-Werdens: „Na ja, wenigstens noch ein Bild vorher, also frisch und munter!“ – „Findest Du?“.
Eine kleine Spaziergängerrunde, die Halle und die Stregge vorstellen: logo Start-Ziel für 200 Runden, unten auf dem Boden ne Matte für den Transponder am Fußgelenk, es ist 7:43 Uhr, Start um Achte – war dat Ding letztes Jahr auch schon da? es gab was für die Rundenzählerei, aber war es so ein schigges Teil? egal, funktioniert spitzenmäßig, gleich nach der Matte 20 Meter weiter Bligg hoch vom Boden auf den Bildschirm: hier Knaggfrosch 5026 (das ist Lahmsogge) gerade über die Matte getrampelt, hat eine Runde (grün), bleiben noch 199 (gelb), schenial ultraschenial.An den langen Längsenden die beiden Schrägen, hier muß man zum Überholen auf die schrägen Außenbahnen, die Schlurfies dürfen nahe an der Absperrung auf dem innersten Strich latschen kriechen promenieren, kriegen dafür öfters nen Ellbogen ab, da die Überholer so schnell wie möglich wieder runter- und nach innen ziehen, macht aber nix, alle entschuldigen sich brav und so schlimm isses gar nicht, weggt einen rechtzeitig vor dem Abdriften in die Absperrung auf.
Bligg in den Innenraum: links die Tribünen, in der Mitte das Siegerdingsbums – ubbs, sieht nach jahrelangem Wasserschaden aus, von der Degge? (oder draufgepinkelt? nee, kann eigentlich nicht sein! oder?).
Verpflegungsstation, alle 250 Metros – hat von allem was zum Futtern und Trinken – aber gefährlich, verloggt zum Stehenbleiben und dann bis zur näxten Kurve gehen undsoweiter – deshalb Hasihumpels strikte (und perfetto durchgezogene, disziplinierte, ehrlisch) Strategie: nach jeder 10. Runden ein Boxenstobb, und zwar nur dann – klabbt wunderbar – 19 Stobbs, davon 2x Bier und 17x Cola, das müsste so minimum 1.7 Liter Cola sein – aber nur einmal aufs Klo (praktischerweise nur 10 Meter von der Stregge weg, also auf die Stregge pinkeln is gar nicht nötig), weil man ganz schön schwitzt – zu Beginn isses kühl, später wird’s doch ziemlich warm.
Kommt der Digge Jan auf seiner Aufwärmrunde dahergewieselt - „Jan, stell Dich mal aufs Podest, ich bin später noch unterwegs, wenn Ihr gesiegerehrt werdet“ – „Nee, das mach ich nicht, außerdem sind heute einige Schnelle da, werde nicht mal aufs Trebbchen kommen! vielleicht Platz 5“ – „Okay, dann stell Dich davor und stregg mal Deinen diggen Bauch raus und tu Deine Arme nach hinten!“ – der Untertreiber der Lügner saust dann wie eine Rakete um die Runden, wird Zweiter, aber zaggig und knaggig, der Knaggfrosch.
Wenn wir schon mal hier in der Gegend der Sieger sind, gleich die Pokale fotofieren – hier kriegt man, jeder, zum Schluß Naturalien, Fressalien, Gurken und Nudeln, leggere – das findet auch die Mieze am Mikrophon toll, die heute süperb und ausdauernd moderiert.
Jetzt aber schnell die Runde beenden – da kommt noch Eberhard daher, daneben Daniela – auch noch die Höhenmeter auf dem Brett fotofieren: „Ey, Diethard! geh mal aus der Sonne, Du wirfst nen Schatten auf die Wand hier!“ – „Wie was? ohne Brille höre ich schlecht!“.
Zurügg auf die Bahn – der Torbogen mit den Lichtergirlanden ist neu, hmmmm! – die Schwämme sind prima, wiegesagt ganz schön schwitzig, der Kampf hitzig, die Niederen Saxen spritzig.
Dieses Gerüst mit den Strahlern is a bisserl doof, rennt man voll rein, auf der Innenbahn, wenn man träumt und schläft, da das linke Bein des Gerüstes eben auf dieser Innenbahn voll druff steht, nun ja is wohl niemand da reingerasselt – Ultrajörg aus den Federn im 1. Stogg gekrochen, gestern Nacht den Mara hier gestrampelt.
Matthias versteggt gerade seine total geheime Geheimverpflegung – Bligg nach hinten, werden wir gerade beobachtet verfolgt observiert? soll ja geheim bleiben, die geheime Geheimverpflegung.
Dietrich hatte sich letzte Nacht beim Mara schlecht benommen und hatte eine, äh Spezialunterbringung.
Stefan und Die Bayrische Oberpfeifffe Bernd im Matching Outfit – ganz harte Jungs, gestern früh den Leibzischer Tiem-Mara (in oranschenen Ganzkörper-Kondomen, so Schneggi`s Spitzel-Quelle vor Ort), dann ins Auto gehopst und hierher gedüst, für den Nacht-Mara, Stefan der Dussel vergisst die Soggen im Hotel, und da es in den Schuhen mit den naggigen Füßen so scheuert, läuft er barfuß, ein wahrer Held. Auf seiner letzten Runde heute schnabbt er sich das Mikro und singt eine Runde lang „I did it my Way“ (oder so ähnlich), bei voller Lautstärke und in vollem Tempo, wow wow wow, was für ein Talent! Das Land braucht solche Leute! "Wetten, dass ..." sucht nen Nachfolger!
Nochmals Hei-Tech. Riesenbildschirm zum Mitlesen an der Bande – zefix, 1 Minute vor Acht, gleich ist Start, meine Fresse, wieder getrödelt bis ultimo.
Ufffff, die 569. Runde färtisch und keinen Meter weiter – ein Helfer drüggt nen Becher Bier in die Hand: „Nee, gib mal gleich die Flasche her!“.
Auf der Bahn wird noch gerudert, die letzten Runden noch färtischmachen – wenn auf der Anzeige in grün die 199 steht und in gelb die 1, das ist schenial, dann nochmals 250 Meter Vollgas, in die Kurven sich voll legen, die Gerade hinunterdonnern, boaaaaaa.
Nicht alle kommen mehr mit 200 Runden vor 14 Uhr, also nach 6 Stunden ins Ziel, a bisserl Kulanz wäre angebracht und dann müssten entweder die 5-km-Läufer, die um 14 Uhr starten sollen, eben warten, oder der Start wird auf 14:15 oder 14:30 Uhr angesetzt, ein klein wenig Mitleid mit den armen alten diggen untalentierten Ultras, gell, näxtes Mal, oder nicht?
Türken-Mike und Ultra-Jörg, nochmals volle Kanne, tutta birra.
Der Scheffe gibt Schneggi höxtpersönlich Urkunde und Fressalien.
Die Stars vom Tiem Hanka im Gegenlicht, die Aura – zuerst ohne und dann mit Hanka.
Die ganze schnuggelige Halle nochmals von oben, die totale ungeschönte brutale Perspektive.
Diethard überlegt sich, ob er nachhause fährt, schiebt oder rennt – er hat den fast weitesten Weg, nämlich dämlich nach Cottbus, schlabbe 38 Kilosmetros.
50 Jahre Niederträchtige Lausitz-Halle! Halle is prima, aber Renovierung der Bahn wäre nicht schlecht – auch der Kiosk sieht noch so aus, wie ein Kollesche (Stefan) von Hasihumpel von vor 25 Jahren her kennt, ein echter Senftenberger, die Welt ist ein Dorf (und Senftenberg eine Kreisstadt, möchte Stefan betont wissen). Das ist der „Wahl-Osmanische Wunderläufer“ Mike am Kiosk, bestellt ne boggige Wurst („Wunderläufer“, weil es ein Wunder ist, dass er überhaupt vorwärts kommt).
Und „tschüss“ – wieder eine subba Veranstaltung, auch den weit Angereisten, den Türken, Italienern, Ösies, Bayern und Württembergern und Niederen Saxen hat`s prächtig mächtig gefallen.
Die 200-Runden-Beute:
Nudlige Nester für die kranke Schwester und das alte Semester - würzige Gurken für alle Schurken – auf der Medaille steht: „6. Hallenmara 2012“, auf dem gelben Bändel steht: „5. Hallenmara 2012“, muhahahahaha, na ja, wenn wir sonst keine Probleme haben, und wir haben keine juhu, dann is das auch keins, holyschitt.
Die Urige Kunde und vier Seiten voll mit 200 Rundenzeiten (studieren und analüsieren).
Startnummernband – und neues Armband, das schwarze.
Die treue Startnummer.
Nach Kevelaer viel Aua am Knie, vielzuviel, echte Sauerei. Ein gnädiger Herr namens Knaggfrosch (Knaggy Frog bzw. Knaggy für seine Liebsten) nimmt sich des Knies an und hilft mit, dass es nicht besser wird:
- „Lieber Knaggy! Gestern fast schmerzfrei, in einigen Tagen dann schmerzfrei, und dann versuche ich vorsichtig die Distanzen von 20 Meter um 5 Meter pro Tag zu verlängern, Senftenberg fällt aus, todsicher, versprochen, hoch heilig etc., wie von Knaggy Frog befohlen!“
- „Lieber Dreikäsehoch! Okay mach dies, mach das, lass dieses und jenes – vorausgesetzt natürlich, das Knie kniet wieder!“
- „Lieber Knaggy! Ich verwese, äh genese zusehends, mache nur noch Knie-Übungen, den ganzen Tag!“
- „Lieber Dreikäsehoch! Na, ich bin ein wenig, sagen wir mittel, gespannt, ob Du tatsächlich in Mostrich aufs Laufen verzichten wirst. Morgen wälze ich die Ergebnislisten! Ich habe nicht die Übungen „befohlen“, sondern angeordnet. Das Wichtigste war, eine Woche oder waren es gar zwei ÜBERHAUPT nicht zu laufen!!!!“
- „Lieber Dreikäsehoch! Wusste ich`s doch – und nicht mal so schlecht – Wahnsinniger! Aber nur Weicheier laufen bei dem Superwetter in der Halle!“.
Es gibt ja ein paar echt aussergewöhnliche Läufe, beknaggt meschugge verrüggt, zum Beispiel Untertage (Sondershausen, Merkers) oder in Tunneln (Elbtunnel, Wesertunnel) – und eben in der Halle (Senftenberg) – fantastico, am liebsten bald wieder.
Grüzi
Schneggi
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