Laufbericht

Wetterburg, Twistesee Adventsmarathon, Samstag 26. November 2011 – „Ein wahrer Sommerlauf in Shorts und kurzärmeligem Hemd“

Mittwoch, 30. November 2011


Nachdem Sturheit und Starrsinn und vermutlich ein Füllhorn anderer schenialer Eigenschaften den Arolsen Adventsmara anscheinend gekillt massakriert stranguliert eviszeriert hatten, und das Gelaufe im November 2010 in den Twistesee getwistet wurde, haben sich jetzt brave liebe gute nette frustbereite Leute gefunden, die den Lauf wieder beleben – selbe Stregge, logo selbe Logik und Logistik, aber besseres Wetter und weniger Treter.

Die bekannte Halle, bei der es nach einiger Zeit im Eingangsbereich  immer fürchterlich aus der Unterwelt rauf stinkt - müssen die Frauenklos sein *duggschnellwech*.

Start um Elfe – um Neun ist der Saal quasi leer – äh, kommen heute noch ein paar? oder können wir jetzt gleich starten? – tapfere Miezen an der Startnummerausgabe – kein Tschibb, keine Tüte mit 2 Kilo Altpapier, äh Werbematerial, kein nutzloses T-Schört, kein Nix-kein-Garnix, der urwüchsige unverdorbene Lauf, fast werbefrei und unbelästigt.

Für Frühe Stügge ist gesorgt – das muss man Harald dem Flüchtigen Saxen nicht zweimal sagen, allerdings muß man es übersetzen, da er weder Deutsch spricht noch versteht – nebenan guggt Kurt ganz grimmig, er hat die Rüggbank im Schneggschen Corsa-Ferrari überlebt – Joe denkt sich, das das Gesicht schlimmer nicht verunstaltet werden kann und setzt sich tapfer ne Osterhasenmütze auf, die Osterpfeifffe.

Da hält einer ne Rede, den man bisher noch nicht kennt – er heiße Jochen und schmeiße hier die Schose – die Rede ist wesentlich kürzer (sozusagen 5 Minuten präzise Prosa gegen 60 Minuten ausufernde sabbernde labernde unsinnige Poesie), aber dafür auch kohärenter und logischer als die früheren oralen Auswüchse des alten knorrigen Knochenfrosch Heinrich.


Daran hat sich nix geändert:  800 Meter Fußwatscheln zum Start am anderen Ende des Stausees – wie immer pfeiffft hier ein kühler, manche behaupten “eisiger” Wind – Harald H (40) ist bekannt.

Überm See strahlt die Sonne, verspricht ein heißer Tag zu werden – Harald B, die Mimose fröstelt.




Noch ein Osterhase – Frage an den Mann mit Big Mega Phon:  “Bist Du der Scheffe?” – “Um Gottes Willen, wenn das meine Tochter hört!”.

Harald B gähnt schon, dem ist langweilig – hier ist das Nordische Fußkranke Geherparadies – das interessiert ganz besonders Joe, dessen erster Neujahrsvorsatz mit A anfängt und mit N aufhört und dazwischen ist noch bnehme – Tom schon wieder übermütig, hatter Grund dazu, wird immer schneller, das Schlabbohr, verdammich, der Mistkerl.

Der Althibbie mit den langen, aber grauen Haaren und dem Osterhasenbart ist Dieter, auf dem Todessitz im Corsa-Ferrari gewesen – diesen drei vorzeitig vergreisten Luschen isses kalt, Harald B (dem tut weh ein Zeh), Dieter (der singt obszöne Lieder) und Kurt (der fuhr mit, aber ohne Gurt).

Allgemeines Gelangweile und Gegugge – Hasihumpel mit kurzer Hose und kurzärmeligem Hemd und geht ohne Hut oder Strümpfe hinaus in die wilden Sümpfe.

“Liebe Genossen, heute wird nicht geschossen – Ihr dürft jetzt loslaufen!” – dezent, galant, scharmant und mit Esprit – da bleiben aber glatt fünf Knaggfrösche hinter Lahmsogge, das ist doch nicht zu fassen, erst überholen lassen.

Das Ziel ruft schon viel – dem See isses egal, das is ja fatal.

So jetzt erst mal wie gewohnt und wie es sich gehört Letzter – die Mieze auf dem Radl, die Besentante, die Aufpasserin, wundert sich, dass da noch ein Letzter Heuler dahergeschlabbert kommt – hier ist km 3.

“Keine Hektik, Besenmieze! erst mal den ausgetroggneten See, ein paar lustische Schilder und die Overkill-Markierung fotofieren!”.

Boaaaa, die mit Abstand größte Ansammlung von lebenden, nicht ausgestopften Individuen beim ganzen Lauf – vielleicht sind die noch von 2009 übrig, hingestellt und nicht abgeholt, muhahahahaha – sonst noch irgendwelche Klaquöre beim ganzen Lauf? nee nicht eine einzige verdorbene oder versaute Seele, keine einzige.

Gefunkelte und genagelte neue Schilder, das wird gelobt.

Hoch hoch hoch – die schnuggelige Besenmieze auf dem Bergrad wird an Christine in schwarz-gelb weitergereicht.

A bisserl anders und das Meiste aber gleich – paar Bäume fehlen (so aus dem hintersten tiefsten Gedächtnis:  “Hier an dieser Stelle war es doch früher nicht so hell!”), Büsche nachgewachsen, Markierungen anders, Weg der gleiche.

Erste Station, ubbbbs Verpflegung wie im alten Sparta, nicht wie bei Dionysos – macht nix, bleibt man nicht so lange hängen, es gibt ja noch viel und weit zu latschen.

Die künstlerische Natur bricht beim Markierungen hervor, Pop-Art oder Expressionismus? was sagt Twenty-Twentyfour dazu? – Wiesen und Felder furztroggen, genauso alle Wege, kein Matsch (wieder ohne Quatsch), ehrlisch totalemente troggen – die Feuerwehr hilft heute an vielen eggigen Enden, hier gibt`s schon Bananen und eine zweispurige Getränkeauswahl.

Die Wege sind einsam (bis auf die paar störenden Mara-Treter vor einem), die Sonne ist sonnig zärtlich liebevoll, die Landschaft ist voll da – fast alles nicht zum Aushalten – “Schnelllaufen ist spießig”, sagt Quälix, Schneggis Lieblingsfüsio (Motto:  “Komm schnell zu mir bevor`s von selber weggeht!”).

Gefühlt geht es die erste Hälfte immer hoch und die zweite Hälfte nur runter – aber hier bei km 15 etwa runter in ein Loch, an den Feuerwehrlern mit eiskaltem Wasser vorbei, um die Mühle herum – und auf die Landstraße, ganz ungewohnt auf Asphalt, niente paura (zefix, langsam sollte es bekannt sein, dass das “keine Angst” heißt), nur ein paar Minuten, etwa 1 Kilometro.

Kurz nach Hälfte, quasi bei 21.2, ein überwältigendes Büffet, die wahre Schlemmerei, der Exzess – kommt man am Ende der Schleife, die hier beginnt, nochmals vorbei – boaaaaa, sogar Cola ab jetzt, besser wird`s heut nimmer, “Twenty-Twentyfour, sei geküsst!”.

Schon wieder Asphalt, aber nur noch Reste – diese Frau Eichner, diese Nudel, hat doch glatt unter der Woche geschrieben, dass sie nicht kommen wird – ja was nun? ist das ihr Geist? (jetzt schon) – oder die Zwillingsschwester? oder ein Dubel? – auf jeden Fall hat das Dubel verdammich 5 Kilosmetros auf Hasihumpel rausgehobbelt, jetzt schon, kruzidürken.

Um nen lieblichen See – im Loch dann bei km 24 die gewohnte Kontrolle – “Ey, auch Ihr traut uns wohl nicht?” – “Doch doch, wir helfen Euch nur beim Laufen!” – äh? ey, was ist denn das für ein Gelaber?

Jetzt wird`s ein richtiger Ausflug – Sonne pur – Häuptling Grüne Handschuhe, der Windige Helmut, würde sich hier komplett ausziehen und nur mit nem fünfblättrigem Kleeblatt vorne dran die Hügel runterstürzen.

Ab hier kann nix mehr schiefgehen, fast nur noch runter – ein paar Hubbel, ein paar Schlugg-aufe, nicht mehr – wie sagen die subbaklugen und kühlen, äh coolen Mara-Treter:  “Rollen lassen!” – was genau soll man denn "rollen"?

Streunende Läufer da vorne, die müssen versägt werden – werden sie, gnadenlos brutal schenial supravital.

Nun ja, einen langgezogenen, aber rennbaren Hubbel gibt`s so zwischen irgendwo und knabb-nach-dreißig doch noch, viele gehen da rauf, Meister Schneggi natürlich nicht – hobbla, eine noch-nie-dort-gewesene Station – “Ja, wird dachten, am Ende des Anstieges tut was zum Trinken ganz gut!” – diese Jugend, unsere Elite, die denken ja mit! ganz neu! Vorsicht!
Wer sich auskennt, freut sich auf km 33 – dort erstens ne Station und zweitens ab hier satte 3-4 km heftig runter – noch mal volltanken, uaaaaaaaaaa:  Big Cola, jawohl, yeah män, way to go!

Bremsen nicht erlaubt – ab km 37 dann quasi flach – bei km 38 nochmal Cola für den sinnlosen endlosen Spurt – Restmeter, so 4 km, auf Fahrradweg schnurgerade, letzte 2 km morgens schon mal in anderer Richtung am See entlang gedabbelt.

Jochen steht im Ziel und sagt jede Nase an – der Zielkanal ist extrem lang – im Saustall-Auto wird alles dokumentiert – die schigge Schlägermütze kann man kaufen.

Im Ziel sich noch sinnlos und besinnungslos betrinken, mit Cola und Apfelschorle -  ein Fressgelage mit Nescherküssen steht bevor – jetzt noch den hügel zur Halle hoch schaffen – “Hier zum Start!”, nee nee, für heute genug - mit einer Hand (und einem Bein) den Hügel hoch, boaaaaa, ganz schön heftig.

Hobbla, ubbbbs, die Halle ist doch eher leer- hmmm, tja, die Zeiten ändern sich.

Weder Old Sigggi noch HaJo konnten heute von Lahmnsogge versägt werden, keine Schanze, beide schon lange im Ziel – so ändern sich die Zeiten.

Hier noch die legendären Duschen – die haben sich nicht geändert – eisig, Wasser direkt aus dem See – spart man Wasser, weil keiner lange duscht, außerdem sind quasi immer welche frei.

Die Beute:


Ein Stern als Medaille, schön, aber ne “richtige” wäre noch schöner – die Startnummer ist von derselben unnachahmlichen galaktischen Eleganz wie letzte Woche in Humfeld, die Reinheit, die pure Zahl als Mahnmal im weißen Meer der marathonetischen Weisheit und Unendlichkeit, das Streben nach dem Horizont, oder so ähnlich.

Auf ihrer webbigen Seite schreiben die Leute:  “Der Twistesee-Adventsmarathon lebt weiter!” – soll heißen, wird auch 2012 stattfinden – na, hoffentlich und Gottseidank, der Lauf ist zu gut und zu, schön, traditionell und originell, als dass man ihn begraben sollte.  Wenn man Wünsche äußern darf:  Medaille, Urkunde, an jeder Station Nescherküsse (viele).

Grüzi
Schneggi

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